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Ein Tchibo Messer und seine Folgen

Kaum war der Urlaub zu Ende kaum auch schon mir ein Tchibo Messer in meinen Weg. Ja, Liebe Leser und Leserinnen, was ich nun berichte wird euch zum schmunzeln wie zum staunen bringen!

Die schöne Zeit war vorbei und unser Urlaub lag gerade drei Wochen hinter uns. Da sah ich bei Tchibo ein tolles Küchenmesser. Hierzu muss ich sagen ich liebe die Tchibo Produkte und ein neues Küchenmesser brauchte ich, so beschloss ich dieses zu kaufen. So sollte es auch sein. Das Messer wurde gespült und alles war ok. Mein Mann benutze dieses neue Messer und tat es anschließend in die Spülmaschine. Ich öffnete die Spülmaschine und wollte diese ausräumen. Wie ich an das neue Messer kam, sah ich das sich dort der berühmte Flugrost abgesetzt hatte. Nun nahm ich dieses Messer in die Hand und wollte es noch einmal unter fließendem Wasser mit dem Schwamm sauer machen.

Die Idee war gut nur die Umsetzung, da war ich wohl etwas zu schusselig! Es passierte mir doch tatsächlich das ich mit dem Schwamm abgerutscht bin und mir einmal tief in den Daumen meiner Rechten Hand geschnitten habe.

Mein Mann hörte nur ein „Aua“, denn seit der Diagnose hatte er einen Homeoffice Platz bekommen. Er fragte mich so neben bei wie er mit einem Kunden sprach ob alles Ok sein. Meine Antwort war nur: „nein, ich glaube wir müssen ins Krankenhaus ich habe mich ziemlich tief geschnitten!“

Also unterbrach mein Mann seine Arbeit und fuhr mit mir in das nächst gelegene Krankenhaus. Ich war Felsenfest überzeugt das mit Notfallausweis und dem Notfallset jeder wüsste was zu tun ist. Doch das was ich nun am eigenen Leib erfuhr war was ganz anderes. Wir kamen in der Notaufnahme an und ich teilte direkt der Aufnahme-Schwester meine Diagnose, meinen Notfall-Ausweis wie das Notfall-Set mit und man sagte mir ich solle mich erst einmal beruhigen und mich hinsetzen ich würde aufgerufen. Mein Finger war immer noch stark am bluten und ich weiß nicht wie lange wir gewartet haben bis wir aufgerufen wurde. Dann war es endlich so weit, wir wurden aufgerufen ich betrat das Behandlungszimmer. Unverzüglich teilte ich dem Arzt mit das ich mich geschnitten hätte und das bei mir eine systemische Mastozytose vorliegen würde und man bitte auch sich den Notfallausweis anschauen möchte bevor man mich behandelt!

Der Arzt schaute mich erst einmal an als ob ich ein Alien wäre und teilte mir mit ich müsste erst einmal geröntgt werden damit man wüsste wie tief die Wunde wäre. Auch das lies ich mir gefallen trotz das der Finger schmerzte und immer noch am bluten war. Nach dem Röntgen mussten wir wieder warten bis ein Arzt Zeit hatte. Nun wurden wir wieder aufgerufen und betraten erneut das Behandlungszimmer. Ich verwies erneut auf den Notfallausweis und meine Diagnose. Der Arzt erwiderte darauf hin nur er müsste nicht wissen was eine Mastozytose ist er muss nur wissen wie man näht! So wurde ich ohne Rücksicht oder Verlust einfach genäht. Das heißt ich bekam keine Medikamente zur Stabilisierung meiner Mastzellen. Und es passierte was passieren musste! Wenige Stunden nach dem Nähen bekam ich Fieber und auch Durchfall. Da dieser Unfall an einem Freitag geschah, kann sich jeder jetzt ausmalen wie ich mich verhielt. Ich versuchte mit meiner Basis Medikamenten und Fiebersenkenden Medikamenten die Situation zu verbessern was mir leider nicht gelangte.

Nach einem strapaziösen Wochenende wo das Fieber und auch die Durchfälle sich nicht beruhigen ließen informierten wir die UK Aachen. Hier wurde uns mitgeteilt das man uns telefonisch nicht helfen dürfte, obwohl ich dort als Patientin bekannt bin. Also fuhr mein Mann mich in das nächste Krankenhaus. Was wir nun erleben sollten entsprach einem sehr schlechten Film! Mein Mann meldete mich an und erklärte was mir fehlte. Man teilte Ihm mit man würde Mundschutz und Handschuhe gleich bringen, diese sollte ich anziehen, da ich mich ja mit einem Keim infiziert haben könnte. Mein Mann teilte dem Aufnahme Personal sehr freundlich aber bestimmt mit das ich an einer systemischen Mastozytose leiden würde. Und das wir vermuten das durch das Nähen bei mir ein Schub ausgelöst worden wäre, das wurde aber ignoriert! Nach einer kurzen Wartezeit wurden wir dann in einen Isolier-Raum gebracht.

Eine schöne Naht mit 5 Stichen

Nach einer weiteren Wartezeit in der Isolierung wurde uns ein Arzt zugeteilt. Wenn ich mich recht entsinne war das eine sehr junge Assistenzärztin die gerade mit ihrem Studium fertig war. Wir erzählten Ihr von meinem kleinen Unfall und das ich sehr selten erkrankt sein und nannten ihr meine Diagnose. Daraufhin sagte diese davon hätte Sie schon einmal was gehört und die Quarantäne könnte sofort aufgehoben werden, aber man müsste mich onkologisch aufnehmen um meinen Durchfall wie Fieber unter Kontrolle zu bekommen. Ich war natürlich damit einverstanden weil die Durchfälle an meinem Allerwertesten langsam nicht mehr ohne Schmerzen vorbei ging. So wurde ich zu einer anderen Krebspatientin ins Zimmer geschoben.

Meine Nacht war also alles andere als angenehm da ich ständig abführen musste. Am nächsten Morgen war Visite und der Chefarzt der Onkologie kam und machte direkt einen Aufstand. Ich müsste sofort in Quarantäne und das würde so nicht gehen. Ich erklärte ihm das ich eine systemische Mastozytose hätte und das er bitte die UK Aachen anrufen sollte bezüglich meiner Behandlung. Was aber wurde mir geantwortet war, sie müssen isoliert werden und ich habe es nicht nötig in der UK Aachen anzurufen!

Mein Entsetzen stand mir ins Gesicht geschrieben und ich wurde in ein Isolier-Zimmer gebracht. Man teilte mir mit ich hätte 3 Stuhlproben abzugeben zum Ausschluss eines Keim. Darauf antwortet ich wieder, das man keinen Keim finden würde und das es hier darum ginge meine Mastzellen zu stabilisieren und das der Durchfall dann auch sich beruhigen würde. Aber man hörte mir nicht zu, so folgte das Essen wie in einem schlechten Film! Es wurde an der Tür abgestellt und man betrat mein Zimmer nicht!

Was sich hier wie ein schlechter Film anhört war für mich wie meine Familie Realität. Vor meiner Tür wurde ein Schild aufgehangen mit Warnhinweis und mit einem Wagen wo Mundschutz, Handschuhe und Kittel für Besucher bereit stand. Um der Situation mal was positives abzugewinnen hatte ich nun ein Privat Zimmer mit eigener Toilette. Aber dieses Spiel hielt ich nur 3 Tage aus und entließ mich dann auf eigene Verantwortung am dritten Tag.

Wie ich wieder Zuhause war habe ich dann meinen Hausarzt gebeten sich doch mal mit der UK Aachen zu unterhalten was man hier machen könnte. Ihm wurde ein Medikament empfohlen was ich dann auch zügig bekam und mir durch diese Situation half.

Was lernt man aus dieser Situation?

Antwort:
Noch lang nicht jeder Arzt weiß was eine systemische Mastozytose ist noch ist der Arzt gewillt dem Patienten richtig zuzuhören. Und ein Notfallausweis hilft im Ernstfall auch nicht!!!

Nicole Hegmann

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